Die externen 2,5-Zoll-Festplatten von Western Digital sind die Laufwerke, die wir im Labor am häufigsten sehen. Etwa jede dritte Festplatte, die zu uns kommt, ist eine WD My Passport, WD Elements Portable oder eine baugleiche Variante. Das liegt nicht daran, dass sie schlechter wären als andere, sondern daran, dass sie so verbreitet sind. Einige Besonderheiten sollten Sie aber kennen, bevor Sie selbst etwas versuchen.
Was an diesen Laufwerken besonders ist
Bei älteren externen Festplatten steckte eine normale Notebook-Festplatte in einem Gehäuse mit kleinem USB-Adapter. Bei der WD My Passport und den meisten WD Elements Portable ist das anders: Der USB-Anschluss sitzt direkt auf der Platine der Festplatte. Daraus ergeben sich drei Folgen:
- Kein Ausbauen und Umstecken. Ohne SATA-Anschluss lässt sich die Festplatte nicht an einen anderen Adapter oder in einen PC einbauen.
- Verschlüsselung in der Hardware. Viele My-Passport-Modelle verschlüsseln alle Daten automatisch, auch wenn Sie nie ein Passwort gesetzt haben. Der Schlüssel hängt an der Elektronik. Wird die Platine falsch getauscht, sind die Daten nicht mehr lesbar.
- Abgebrochene USB-Buchse = totes Laufwerk. Die Micro-USB-3.0- oder USB-C-Buchse ist auf die Platine gelötet. Fällt die Festplatte mit eingestecktem Kabel herunter, reißt die Buchse oft mit Leiterbahnen ab.
Typische Fehlerbilder
| Symptom | Häufige Ursache |
|---|---|
| Keine LED, kein Geräusch | Defekte USB-Buchse oder durchgebrannte Schutzdiode auf der Platine |
| LED leuchtet, Festplatte klickt regelmäßig | Kopfschaden, meist nach einem Sturz |
| Kurzes Summen, dann Stille | Festsitzende Köpfe oder blockierter Motor |
| Wird erkannt, aber Zugriff dauert ewig, Explorer hängt | Schwache Köpfe, Lesefehler auf der Oberfläche |
| Wird als „WD SES Device“ angezeigt, Laufwerk fehlt | Festplatte meldet sich nicht beim USB-Controller, meist Kopf- oder Firmwareproblem |
| Erscheint, verlangt aber Formatierung | Dateisystemfehler oder Lesefehler im Verwaltungsbereich |
Die Modelle dieser Familie heißen intern zum Beispiel WD10JMVW, WD20SDRW, WD40NMZW oder WD50NDZW. Die Bezeichnung steht auf dem Etikett der Festplatte im Gehäuse. Sie müssen sie dafür nicht öffnen, wir lesen sie bei der Diagnose selbst ab.
Was Sie selbst prüfen können
- Geräusch. Klickt oder piept die Festplatte, ausschalten. Weitere Versuche schaden dann nur.
- Kabel. Die kurzen Micro-USB-3.0-Kabel sind empfindlich. Ein zweites Kabel ist der erste und wichtigste Test.
- Anschluss. Direkt am Rechner, ohne Hub. Ältere USB-2.0-Anschlüsse an Laptops liefern manchmal zu wenig Strom.
- WD-Software. Wenn Sie ein Passwort mit WD Security gesetzt haben, muss es nach dem Anschließen eingegeben werden. Ohne Passwort ist keine Rettung möglich, auch nicht im Labor.
Was wir im Labor machen
Bei einem Elektronikschaden reparieren wir die originale Platine oder übertragen die Steuerdaten auf eine passende Spenderplatine, damit die Verschlüsselung erhalten bleibt. Bei einem Kopfschaden tauschen wir an der Reinraum-Werkbank den Kopfstapel gegen einen aus einem baugleichen Spenderlaufwerk. Danach lesen wir die Festplatte über spezielle Hardware Sektor für Sektor aus, entschlüsseln das Abbild und stellen die Dateien wieder her.
Für WD-Laufwerke ist das passende Ersatzteil entscheidend: Köpfe müssen nach Modell, Firmware und Fertigungsvariante passen. Wir haben in Berlin ein eigenes Lager mit tausenden Spenderlaufwerken und finden für die gängigen My-Passport- und Elements-Modelle fast immer sofort ein passendes Teil.
Was kostet die Datenrettung?
| Leistung | Preis inkl. MwSt. |
|---|---|
| Diagnose | kostenlos |
| Standardrettung (logischer Fehler, Elektronik, Firmware) | 357 – 535,50 Euro |
| Spezialrettung (mechanischer Schaden, Kopftausch, Reinraum) | 476 – 897 Euro, zzgl. eventueller Ersatzteile |
| Express-Zuschlag | 357 Euro |
| Daten nicht rettbar | keine Kosten für die Datenrettung |
Die Diagnose ist kostenlos. Danach wissen Sie, ob es ein Elektronik- oder ein Kopfschaden ist und welche Preisspanne gilt.
Häufige Fragen
Meine WD My Passport hat kein Passwort. Ist sie trotzdem verschlüsselt?
Bei vielen Modellen ja. Die Verschlüsselung ist immer aktiv, ein Passwort schützt nur zusätzlich den Schlüssel. Für Sie ist das unsichtbar, solange die originale Elektronik funktioniert.
Die USB-Buchse ist abgebrochen. Kann man die einfach neu anlöten?
Wenn nur die Buchse betroffen ist und die Leiterbahnen intakt sind, ja, im Labor. Oft sind beim Abreißen aber Kontakte auf der Platine beschädigt. Bitte nicht selbst löten, ein Kurzschluss kann die Elektronik zerstören.
Die Festplatte wird als WD SES Device angezeigt. Was heißt das?
Der USB-Controller auf der Platine funktioniert, aber die eigentliche Festplatte meldet sich nicht. Häufig steckt ein Kopfschaden oder ein Firmwarefehler dahinter. Software hilft hier nicht.
Ich habe mein WD-Security-Passwort vergessen. Können Sie die Daten retten?
Nein. Das Passwort schützt den Schlüssel, und ohne ihn sind die Daten nicht lesbar. Das ist so gewollt und gilt für alle seriösen Labore.
Gilt das auch für WD Elements Desktop und My Book?
Die großen 3,5-Zoll-Modelle haben einen eigenen USB-Adapter, die Festplatte im Inneren ist meist eine normale SATA-Festplatte. Viele My-Book-Modelle verschlüsseln aber ebenfalls über diesen Adapter. Bitte auch dort nicht ausbauen.
Datenrettung Ablauf
Seien Sie wachsam und versuchen Sie nicht, selbst mit Versuchen zu experimentieren, um die Daten auf dem Gerät zu retten. Dies kann eine Wiederherstellung unmöglich machen.